BMBF bewilligt neues Forschungsprojekt CHIDA

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Ausschnitt des Stadtgebiets von Zomba/ Malawi (Luftaufnahme: svGeosolutions)

Städte des subsaharischen Afrika durchlaufen außerordentlich dynamische Transformationsprozesse. Bewohner und Akteure der Stadtentwicklung und -verwaltung sehen sich mit einer Vielzahl widersprüchlicher Phänomene des Wandels konfrontiert, die Bemühungen, die Sustainable Development Goals (SDGs) und die Ziele der New Urban Agenda (NUA) zu erreichen, unterminieren und den Aufbau städtischer Resilienz und Nachhaltigkeit erschweren. Klimawandelbeeinflusste Unsicher­heiten sowie umweltbezogene, soziale oder ökonomische Stressoren und Risiken akkumulieren und ver­schärfen so die ohnehin schon prekäre Lebenssituation verwundbarer Stadtbewohner. Auch Stadtverwaltungen und andere in die städtische Planung und das Stadtmanagement Involvierte sind betroffen, denn ihnen fehlen zunehmend die Ressourcen und Kapazitäten, um ihre Aufgaben hinreichend zu erfüllen.

Das nun vom BMBF bewilligte Projekt CHIDA* (Challenges for Inclusive Urban Development in Africa: Designing Nature-Based Solutions and Enhancing Citizenship to Mitigate Hazards and Livelihood Risks ) untersucht unter der Leitung von Dr. Alexandra Titz gemeinsam mit Prof. Dr. Fred Krüger und Prof. Dr. Axel Drescher diese Herausforderungen und bedient sich dabei des Ansatzes der naturbasierten Lösungen (engl. „Nature-based Solutions“; NbS). Das internationale Projektkonsortium von CHIDA nimmt die Wechselbe­ziehungen zwischen NbS (insbesondere urbaner Grüner Infrastruktur; GI), bürgerschaftlichem Engage­ment, Lebenshaltung und Existenz- und Ernährungssicherung in den Blick und untersucht am Beispiel von vier Städten in Malawi und Südafrika die daraus erwachsenden Poten­ziale, den Bedrohungen und Risiken urbaner Lebenswelten wirksam zu begegnen. Das Projekt zielt darauf ab, Entscheidungshilfen für Expertinnen und Experten der Planungsadministration sowie für zivilgesellschaftliche und bürgerschaftliche Akteursgruppen zu entwickeln. Die Kompetenzen und Kapazitäten, urbane Resilienz eigenständig auszubauen, sollen auf diese Weise systematisch gestärkt werden.

Das Projekt wird im Rahmen der Fördermaßnahme AfResi (Forschung zu Resilienzstärkung und Strukturaufbau in afrikanischen Städten und Ballungsgebieten) des BMBF 2021-2025 mit 750.000 EUR gefördert. Projektpartner sind neben der Rhodes University (Grahamstown, Südafrika), der African Climate & Development Initiative (ACDI) der University of Cape Town (UCT) und LEAD SEA Malawi an der University of Malawi auch die KMUs Conservation Support Services (CSS, Grahamstown, Südafrika) und svGeosolutions, Freiburg i.Br.

*Chida = Instrument/Werkzeug in Chichewa, der Amtssprache Malawis