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DFG-Projekt zum Programm ‚Kulturhauptstadt Europas‘

Seit 2007 ruft die Europäische Union jedes Jahr mindestens zwei „Kulturhauptstädte Europas“ aus. Diese Praxis geht auf eine Initiative aus den 1980er-Jahren zurück. Die erste „Kulturstadt Europas“, wie der Titel bis 1998 lautete, war Athen im Jahr 1985. Mit dem Programm sollte, zumindest den ursprünglichen Initiatoren zufolge, ein Gegengewicht zu einer rein ökonomischen Betrachtung des europäischen Einigungsprozesses gesetzt und kulturelle Dimensionen Europas in den Mittelpunkt gerückt werden. Nach Essen bzw. dem Ruhrgebiet 2010 wird der Titel planmäßig wieder im Jahr 2025 an eine deutsche Stadt vergeben. Eine Reihe von Städten hat bisher ihr Interesse an der Ausrichtung des Kulturhauptstadtjahres 2025 bekundet; 2019 müssen die Bewerbungskonzepte einer internationalen Auswahljury vorgelegt werden.

Im Rahmen des DFG-Projekts „Das Programm ‚Kulturhauptstadt Europas‘ im Spannungsfeld lokal-urbaner und internationaler Kulturpolitiken“ werden Mitarbeiter/-innen des Instituts für Geographie den Bewerbungsprozess beobachten. Neben dem Projektleiter Thomas Schmitt und dem wissenschaftlichen Mitarbeiter Jonas Lendl sind derzeit auch drei studentische Hilfskräfte in die Projektarbeit involviert. Ihnen geht es dabei vor allem darum, stadt-, kultur- und europapolitische Debatten in der Bewerbung zu rekonstruieren. Dabei gehen sie von der These aus, dass sich diese Diskussionen, die auch gesamtgesellschaftlich relevant sind, in den Bewerberstädten exemplarisch verdichten. Gemäß Grundprinzipien qualitativer Sozialforschung hat sich das Projektteam zu einer Haltung der Allparteilichkeit gegenüber allen Bewerberstädten verpflichtet. Das Projekt wird zunächst bis zum Herbst 2019 durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.

Projektteam: