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Diskussionsrunde: Konfigurierungen von ‚Islam‘ und ‚Muslimen‘ auf lokaler Ebene in Deutschland und im internationalen Vergleich – 14.06.2018

In Deutschland, wie in vielen anderen europäischen Staaten, rückten seit einigen Jahren die „muslimische“ Bevölkerung, „muslimische“ Organisationen und Akteure in den Mittelpunkt des (integrations-)politischen Interesses und wurden vielfach auch selbst auf neue Weisen in gesellschaftlichen und politischen Handlungsfeldern aktiv. Jenseits homogener Identitätszuschreibungen kann dabei davon ausgegangen werden, dass „Islam“ und „muslimische“ Identitäten in verschiedenen nationalen, aber gerade auch in heterogenen lokalen und kommunalen Kontext in unterschiedlicher Weise sichtbar und bedeutsam (gemacht), beeinflusst und verhandelt werden. Diese Konfigurierungsprozesse, so die These, können gerade dann aufgeschlüsselt werden, wenn die Analyse auch auf lokale (kommunale, städtische) Kontexte fokussiert und entsprechende methodologische Schritte geht. Es wäre dann z.B. danach zu fragen, in welchen Handlungsfeldern und vermittels welcher Maßnahmen „Islam“ lokal-spezifisch bearbeitet wird und welche Rolle dabei „muslimische“ und „nicht-muslimische“ Akteure spielen.

In der Diskussionsrunde sollen einerseits Potentiale und Schwierigkeiten eruiert werden, die mit einer dezidiert lokalen Perspektive auf Fragen rund um die gesellschaftspolitische Sichtbarwerdung und Integration von „Islam“ und „Muslimen“ einhergehen. Gleichzeitig muss dann auch danach gefragt werden, wie Erkenntnisse aus lokalen Kontexten mit Prozessen des gesellschaftspolitischen Umgangs mit „Islam“ auf anderen Maßstabsebenen (regional, national, supra-national) vermittelt oder kontrastiert werden können. So möchten wir nicht zuletzt auch die internationale Dimension einführen: Welche Rolle spielen verschiedene nationale Kontexte und inwiefern können lokale Fallstudien auch im internationalen Vergleich fruchtbar erarbeitet werden?

Nach einer Vorstellung des DFG-geförderten Projekts „Konfigurierungen von ‚Islam‘ und ‚Muslimen‘ auf lokaler Ebene in Deutschland“ sowie erster Ergebnisse u.a. aus Erlangen werden wir uns in einer Podiumsdiskussion den skizzierten Fragen nähern. Es diskutieren mit uns:

  • Dr. Julia Martínez-Ariño: Professorin für die Soziologie der Religionen aus Groningen, Niederlande
  • Dr. Riem Spielhaus, Professorin für Islamwissenschaft mit dem Schwerpunkt Bildung und Wissenskulturen an der Georg-August-Universität Göttingen und Leiterin der Abteilung Schulbuch und Gesellschaft
  • Dr. Tarek Badawia: Professor für Islamisch-Religiöse Studien mit Schwerpunkt Religionspädagogik/Religionslehre, FAU Erlangen
  • Jörn Thielmann: Geschäftsführer des Erlanger Zentrum für Islam und Recht in Europa (EZIRE), FAU Erlangen
  • PD Dr. Thomas Matthias Schmitt, Institut für Geographie, FAU Erlangen

Wir laden Sie herzlich ein zur öffentlichen Diskussionsrunde am Donnerstag, den 14. Juni, von 12.30 Uhr bis 14.00 Uhr im Senatssaal des Kollegienhauses in Erlangen (im ersten Stock, Raum KH 1.011, Universitätsstraße 15, 91054 Erlangen)

Georg Glasze, Andreas Pott, Ali Konyali, Laura Haddad, Jan Winkler