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Erlanger Geographie nimmt wichtige Rollen in verschiedenen Projekten der Bayklif Initiative ein

In BLIZ werden sozial-ökologische Transformationsprozesse in ländlichen Räumen Bayerns identifiziert, dokumentiert und aus Sicht unterschiedlicher Akteure bewertet. Aus den Modellen und Szenarien, werden zukünftige Handlungsoptionen und Umsetzungsmöglichkeiten abgeleitet und diskutiert. (Foto: Pohle)

Seit 1. Mai läuft das Bayerische Klimaforschungsnetzwerks (bayklif) im Geschäftsbereich des Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst (StMBW) des Freistaats Bayern . Das Fördervolumen für die Laufzeit von fünf Jahren beträgt insgesamt ca. 18 Mio. Euro. Wissenschaftler des Departments Geographie und Geowissenschaften der FAU sind an drei Verbundprojekten mit einem Fördervolumen von mehr als rund 1,9 Mio Euro.

https://www.bayklif.de/

Das Verbundprojekt BayTreeNet ist komplett in der Geographie der FAU verankert und verbindet Klimamodellierung, Dendroökologie und Bildungsforschung in einem bisher einzigartigen interdisziplinären Ansatz. Prof. Thomas Mölg modelliert das künftige Auftreten von Großwetterlagen und die zugrunde liegenden atmosphärischen Zirkulationsmuster, welche die räumliche und zeitliche Verteilung von Wasserdefizit oder -überschuss, sowie von Hitze und Kälte steuern. Ein von Prof. Achim Bräuning etabliertes dendroökologisches Netzwerk, das über den Freistaat verteilt an jeweils fünf Hochlagen und Tieflagenstandorten die Zuwachsreaktionen verschiedener Baumarten auf den Witterungsverlauf misst, wird mit Hilfe aktueller Klimadaten kalibriert und das Wachstumsverhalten der Bäume anhand der zugrunde gelegten Klimaszenarien bis zum Ende des 21. Jahrhunderts modelliert. Somit kann für verschiedene Wachstumsgebiete in Bayern die Auswirkung von Klimaänderungen auf den Kohlenstoffgewinn der Wälder prognostiziert werden. Parallel dazu wird ein Netzwerk von zehn „talking trees“ etabliert, das Messdaten von Wassertransport und Zuwachs einzelner Bäume über das Internet in Echtzeit überträgt. Jeder dieser Bäume wird von einer Patenschule in der Region betreut, so dass die ökologischen und meteorologischen Messdaten von den Schülern in menschliche Sprachbotschaften übersetzt werden. Die Beteiligung der Geographie-Didaktik (Prof. Jan Christoph Schubert, Department Fachdidaktiken) erlaubt den Transfer der naturwissenschaftlichen Ergebnisse zu den beteiligten Schülern und Lehrkräften, und führt zur Entwicklung neuer Unterrichtskonzepte und der didaktischen Begleitforschung.

https://www.bayklif.de/verbundprojekte/baytreenet/

Prof. Perdita Pohle (Institut für Geographie) ist am Verbundprojekt „BLIZ – Blick in die Zukunft: Wechselwirkungen zwischen Gesellschaft, Landnutzung, Ökosystemleistungen und Biodiversität in Bayern bis 2100“ beteiligt, das an der TUM angesiedelt ist. In dem Verbundprojekt werden die Auswirkungen von Klimawandel auf ökologische und sozio-ökonomische Systeme (Ökosystemleistungen, Biodiversität, Landnutzungsentwicklung) und deren Wechselwirkungen untersucht. Mit Hilfe von computergestützten Simulationsmodellen soll erforscht werden, welche Anpassungsstrategien zu einer Stabilisierung dieser Systeme führen, und unter welchen Umständen drastische ökologische Degradierung oder sozio-ökonomische Veränderungen (sogenannte Kipppunkte) auftreten können. In dem von Prof. P. Pohle geleiteten Teilprojekt stehen sozial-ökologische Transformationen in der Landwirtschaft in Anpassung an den Klimawandel im Vordergrund des Interesses. Aus Sicht verschiedener Akteure aus Politik, Umwelt, Wirtschaft und Zivilgesellschaft sollen die Akzeptanz und Präferenz von identifizierten nachhaltigen Landnutzungsoptionen analysiert und Umsetzungsmöglichkeiten mit Partnern aus der Praxis (Land-, Forst- und Wasserwirtschaft) diskutiert werden.

https://www.bayklif.de/verbundprojekte/bliz/teilprojekt-6/

Link zur Pressemitteilung der FAU zu diesem Forschungsprojekt