Navigation

Rigorosum Anna Franke - 18.12.2019

Dez 18
18. Dezember 2019 14:00 Uhr bis 15:30 Uhr
Seminarraum 2, 00.175, Wetterkreuz 15, Tennenlohe

Klimabedingte Wachstumsreaktionen und Baumgrenzverlagerungen borealer Koniferen im alpinen und polaren Baumgrenzökoton Finnisch-Lapplands

Anna Franke (FAU)

Die subpolare Zone der Nordhemisphäre bildet den Übergang vom borealen Nadelwald zur offenen Tundra und repräsentiert in der polaren und alpinen Baumgrenze die nördlichsten und höchstgelegenen Vorkommen baumförmiger Vegetation. Ganzjährig niedrige Temperaturen sowie eine kurze Vegetationsperiode erfordern eine hohe Adaption der Koniferen an widrige klimatische Bedingungen, um wachsen und sich in Gunstperioden erfolgreich reproduzieren zu können. Die Temperatur ist dabei der limitierende Faktor und bestimmt maßgeblich die Position der Baumgrenze mit. Funde fossiler Kiefern jenseits der rezenten Baumgrenze deuten darauf hin, dass sich das Verbreitungsmaximum der Koniferen während vergangener Warmphasen bereits einmal wesentlich weiter nördlich und oberha

Foto: Satellitenbildaufnahme eines Baumgrenzstandortes in Lappland (RapidEye)

lb der derzeitigen Baumgrenze befunden haben muss. Im Zuge des aktuellen Klimaoptimums wird nun von einer erneuten Expansion der Koniferen in die polare und alpine Tundra ausgegangen.

Ein 1983 in Finnisch-Lappland initiiertes Monitoring-Projekt setzte sich aus dieser Fragestellung heraus die langzeitliche Beobachtung von Kiefern- und Fichtenbeständen zum Ziel. Im fünfjährigen Abstand wurden Bestandsvolumen und Verjüngung sowohl an der polaren Baumgrenze Nordfinnlands als auch der alpinen Baumgrenze der Fjälls analysiert. Die Auswertung der dort gesammelten Ergebnisse stellte die Grundlage der Dissertationsarbeiten dar, die anschließend mittels dendroökologischer und satellitenbildgestützter Methoden am Fallbeispiel der Waldkiefer (Pinus sylvestris L.) erweitert wurde. Ziel der Forschungsarbeiten war es, herauszuarbeiten, ob die Kiefer mit einer Zuwachssteigerung auf die derzeitige Warmphase reagiert und auf den Versuchsflächen möglicherweise bereits eine Expansion der Baumgrenze in die offene Tundra zu erkennen ist.

Die Ergebnisse des Monitorings zeigten ein zunehmendes Bestandsvolumen beider Baumarten vor allem an Standorten der niederen Lagen, das sich im Satellitenbild durch steigende Vegetationsindices bestätigte. Auch in der Jahrringbreitenmessung konnte zumindest für juvenile Kiefern der Südstandorte eine Wachstumssteigerung in Reaktion auf die rezente Warmphase aufgezeigt werden. Als problematisch erwies sich hingegen die natürliche Kiefernverjüngung, die durch externe Störgrößen einer hohen Mortalität unterworfen ist. Weder im Monitoring noch im Satellitenbild konnte damit eine durch natürliche Verjüngung hervorgerufene Expansion der Baumgrenze bestätigt werden.

Wann: Mittwoch, 18.12.2019 um 14:00 Uhr
Wo: Seminarraum 2, 00.175, Wetterkreuz 15, Tennenlohe