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FGG-Vortrag: Leistungen des ökologischen Landbaus für Gesellschaft und Umwelt. Beitrag der ökologischen Landwirtschaft zum Klimaschutz – 04.11.2019

(© Thünen-Institut)

Dr. Jürn Sanders (Institut für Betriebswirtschaft, Thünen-Institut)

Wann: Montag, 04.11.2019 um 18:30 Uhr
Wo: Hörsaal C, Kochstr. 4 (Eingang Hindenburgstraße)
Eintritt: € 3,- (Studierende € 1,50; FGG-Mitglieder frei)

Für diesen Vortrag gilt die Kolloquiumsregelung!

Der Ökolandbau erbringt zahlreiche gesellschaftliche Leistungen für den Umwelt- und Ressourcenschutz. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung, die das Thünen-Institut mit anderen Forschungspartnern durchgeführt hat.

Der ökologische Landbau gilt als ein nachhaltiges Landnutzungssystem und wird deshalb in besonderer Weise politisch unterstützt. Obwohl die Zusammenhänge zwischen der ökologischen Wirtschaftsweise und der Erbringung gesellschaftlich relevanter Umweltleistungen auf zunehmend breitere Anerkennung stoßen, werden die Potenziale des ökologischen Landbaus zur Bewältigung der umwelt- und ressourcenpolitischen Herausforderungen unserer Zeit in Politik und Wissenschaft weiterhin unterschiedlich bewertet.

Ein Grund hierfür sind unterschiedliche Sichtweisen auf die zu wählende Bezugseinheit – ob also eine Umweltleistung auf die Fläche oder den Ertrag zu beziehen ist. Immer wieder Gegenstand von Diskussionen ist auch die Frage, was alles eigentlich eine gesellschaftliche bzw. öffentliche Leistung ist und mit welchem Untersuchungsdesign diese zu untersuchen sind.

In einem interdisziplinären Verbundprojekt hat das Thünen-Institut gemeinsam mit anderen Forschungspartnern die gesellschaftlichen Leistungen des Ökolandbaus in den Bereichen Wasserschutz, Bodenfruchtbarkeit, Biodiversität, Klimaschutz, Klimaanpassung, Ressourceneffizienz und Tierwohl auf der Grundlage einer umfassenden Analyse wissenschaftlicher Veröffentlichungen analysiert.

Die Auswertung der wissenschaftlichen Literatur ergab, dass die ökologische Bewirtschaftung gegenüber der konventionellen Variante im Umwelt‐ und Ressourcenschutz Vorteile aufweist. Eine höhere gesellschaftliche Leistung durch ökologischen Landbau wurde insbesondere in den Bereichen Wasserschutz, Bodenfruchtbarkeit, Biodiversität, Klimaanpassung und Ressourceneffizienz festgestellt.

Kein klares Bild zeigte sich beim Tierwohl. Hinsichtlich Verhalten und Emotionen deuten sich Vorteile der ökologischen Tierhaltung an. Bei der Tiergesundheit sind abgesehen von der Gliedmaßnahmen- und Klauengesundheit keine grundlegenden Unterschiede festzustellen; das Management scheint hier entscheidender zu sein als die Wirtschaftsweise.

Kontakt und weitere Informationen

Flyer Gesamtprogramm zum Download

Foto: Klimawürfel; Grafik: Energiewende ER(H)langen e.V.

FGG-VORTRAGSREIHE Wintersemester 2019/20

Das neue Vortragsprogramm der Fränkischen-Geographischen Gesellschaft im Wintersemester widmet sich den Zusammenhängen zwischen „Klimawandel, Landwirtschaft & Ernährung“, einem hoch aktuellen Thema . Erst vor wenigen Tagen hat der Weltklimarat einen Sonderbericht zum Zusammenhang zwischen Klimawandel, Landnutzung und Landwirtschaft veröffentlicht. Die Süddeutsche Zeitung brachte die Kernaussage dabei folgendermaßen auf den Punkt: „Laut dem Weltklimarat IPCC muss die Menschheit nicht nur die Verbrennung fossiler Brennstoffe drastisch zurückfahren, sondern auch die Nutzung der Landflächen schnell und grundsätzlich verändern, um dramatische und potenziell irreversible Schäden durch Klimawandel und Übernutzung sowie massive Nahrungsmittelknappheit zu vermeiden.“

Themenschwerpunkt Herbst/Winter 2019/20:
Klimawandel, Landwirtschaft & Ernährung – Strategien für eine nachhaltige Transformation
Moderation: Prof. Dr. Perdita Pohle

Ergänzt wird die Reihe wiederum mit einem Praxisforum in Kooperation mit der Ortsgruppe Erlangen/Nürnberg des Deutschen Verbandes für angewandte Geographie (DVAG) zum Berufsfeld für Geograph*innen in der „nachhaltigen Entwicklung“. In einem Café Géographique im Lesecafé der Erlanger VHS werden zudem erste Ergebnisse der mehrjährigen Begleitforschung zu den Auswirkungen des neuen „Siemens-Campus“ auf die Entwicklung von Stadt und Region vorgestellt.