Navigation

Termin muss leider entfallen! FGG-Vortrag: Vom Klimawissen zur Klimahandlung: Zur Relevanz von ‚Communities of Practice‘ für den Klimaschutz – 09.12.2019

Achtung! Der Termin muss leider entfallen!

Dr. Martin Döring (Universität Hamburg)

Wann: Montag, 9.12.2019 um 18:30 Uhr
Wo: Hörsaal C, Kochstr. 4 (Eingang Hindenburgstraße)
Eintritt: € 3,- (Studierende € 1,50; FGG-Mitglieder frei)

Für diesen Vortrag gilt die Kolloquiumsregelung!

Der etablierten naturwissenschaftlichen Forschung über die Ursachen des Klimawandels steht seit rund 15 Jahren die sozialwissenschaftliche Analyse des Klimawandels zur Seite. Diese sozialwissenschaftliche Klimaforschung untersucht die soziokulturellen Wahrnehmungs- und Bewertungsmuster des Klimawandels und versucht zu verstehen, welche gesellschaftliche Bedeutsamkeit das Thema Klimawandel in unterschiedlichen Alltagskontexten besitzt. Welche erfahrungsbezogenen, sozialen, medialen und politisch motivierten Formen und Strukturen des Wissens liegen über den Klimawandel in der Gesellschaft an verschiedenen Orten vor? Wie beeinflussen die unterschiedlichen Formen und Strukturen des Klimawissens die Einstellung zum Klimawandel und wie wirken sie sich auf die Bereitschaft aus, selber etwas gegen ihn zu tun? Wissenschaftliches Wissen und Informationen haben, das zeigen diverse Studien, nur bedingt zur Bildung eines Klimabewusstseins beigetragen, das bis in den Alltag mit seinen vielfältigen Praktiken und tagtäglichen Anforderungen hineinreicht. Insofern stellt sich nach wie vor die Frage, in welcher Beziehung soziales und wissenschaftlich basiertes Klimawissens zueinanderstehen und mit welchen Formen des Klimawissens man klimaschützende Handlungen anregen kann?Genau an dieser Frage setzt der Vortrag an, in dem wir versuchen, die bisher unklare Beziehung zwischen Klimawissen auf der einen und klimaschützender Handlung auf der anderen Seite zu beleuchten. Empirischer Ausgangspunkt unserer Analyse ist eine Begleitforschung zum Volkshochschulkurs ‚Klimafit‘, in dem die TeilnehmerInnen neben Lerninhalten zum Themenbereich Klimawandel auch zu klimaschützenden Handlungen angeregt werden sollen. Theoretisch basiert unsere Untersuchung auf dem Konzept der ‚Communities of Practice‘ (CoP), das für die Analyse unserer teilnehmenden Beobachtung von Kursen in Emden, Hamburg und Eckernförde sowie für 18 Folgeinterviews genutzt wurde. Das Ziel des Vortrags besteht darin, die unterschiedlichen Formen des Klimawissens der TeilnehmerInnen strukturiert zu erschließen, um darauf aufbauend deren Beitrag für die Entwicklung von CoPs abzuschätzen und ihre Relevanz für die Initiierung klimaschützender Handlungen zu bewerten. Zusammenfassend möchten wir zeigen, dass abstraktes wissenschaftliches Wissen und Informationen eher eine untergeordnete Rolle in der soziokulturellen Herstellung von Klimawissen spielen. Vielmehr sind gemeinschaftliches Lernen und Handeln grundlegend, um vom Wissen über den Klimawandel zu einer klimaschützenden Handlung zu gelangen.

Kontakt und weitere Informationen

Flyer Gesamtprogramm zum Download

Foto: Klimawürfel; Grafik: Energiewende ER(H)langen e.V.

FGG-VORTRAGSREIHE Wintersemester 2019/20

Das neue Vortragsprogramm der Fränkischen-Geographischen Gesellschaft im Wintersemester widmet den Zusammenhängen zwischen „Klimawandel, Landwirtschaft & Ernährung“ einem hoch aktuellen Thema widmen. Erst vor wenigen Tagen hat der Weltklimarat in einen Sonderbericht zum Zusammenhang zwischen Klimawandel, Landnutzung und Landwirtschaft veröffentlicht. Die Süddeutsche Zeitung brachte die Kernaussage dabei folgendermaßen auf den Punkt: „Laut dem Weltklimarat IPCC muss die Menschheit nicht nur die Verbrennung fossiler Brennstoffe drastisch zurückfahren, sondern auch die Nutzung der Landflächen schnell und grundsätzlich verändern, um dramatische und potenziell irreversible Schäden durch Klimawandel und Übernutzung sowie massive Nahrungsmittelknappheit zu vermeiden.“

Themenschwerpunkt Herbst/Winter 2019/20:
Klimawandel, Landwirtschaft & Ernährung – Strategien für eine nachhaltige Transformation
Moderation: Prof. Dr. Perdita Pohle

Ergänzt wird die Reihe wiederum mit einem Praxisforum in Kooperation mit der Ortsgruppe Erlangen/Nürnberg des Deutschen Verbandes für angewandte Geographie (DVAG) zum Berufsfeld für Geograph*innen in der „nachhaltigen Entwicklung“. In einem Café Géographique im Lesecafé der Erlanger VHS werden zudem erste Ergebnisse der mehrjährigen Begleitforschung zu den Auswirkungen des neuen „Siemens-Campus“ auf die Entwicklung von Stadt und Region vorgestellt.