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Forschungsteam ermittelt drastisches Gletscherschmelzen

Perus Gletscher spielen eine bedeutende sozioökomische Rolle und sind eine wichtige Wasserressource für die Trinkwasserversorgung, die Bewässerung von großräumigen Agrarprojekten sowie für die Wasserkraftwerke. Im Bild: Wamantay, Cordillera Vilcabamba (Bild: Thorsten Seehaus)

Eine landesweite, einheitliche Erfassung der Massen- und Flächenveränderungen der Gletscher in Peru gab es bislang noch nicht. Aus diesem Grund hat ein Forschungsteam um Dr. Thorsten Seehaus, Institut für Geographie der FAU, zusammen mit Kolleginnen und Kollegen aus Peru die Gletscherveränderungen in den peruanischen Anden zwischen 2000 und 2016 mithilfe von Satellitendaten vermessen. Zum einen haben die Geographinnen und Geographen die Veränderungen der Gletscherflächen mithilfe von Landsat-Aufnahmen kartiert. Für den gesamten Untersuchungszeitraum ermittelten sie einen Gletscherrückzug von 29 Prozent. Insgesamt 170 von ehemals 1973 Gletschern sind sogar vollständig verschwunden – das entspricht etwa 80.000 Fußballfeldern. Des Weiteren beobachteten sie für den Zeitraum 2013 bis 2016 eine ungefähr viermal höhere Rückzugsrate als in den Jahren zuvor.

Dass die Gletscher in den meisten Gebieten weltweit abschmelzen, ist bekannt. Erschreckend ist jedoch, wie schnell die tropischen Gletscher in den peruanischen Anden zurückgehen. Ein Forschungsteam der FAU hat in der ersten detaillierten Untersuchung aller peruanischen Gebirgszüge einen drastischen Schwund der Gletscherflächen von fast 30 Prozent zwischen 2000 und 2016 ermittelt. Weiterhin hat das Team einen starken Einfluss von El-Niño-Ereignissen auf die Gletscherentwicklung beobachtet. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin „The Cryosphere“ veröffentlicht.

Die Ergebnisse dieser Studie bilden eine wichtige Grundlage für weitere, verbesserte Prognosen der Gletscherentwicklung, für die nationale Wasserwirtschaftsplanung und globale Gletscherwandelbewertungen.

Weitere Informationen:
Dr. Thorsten Seehaus
Tel.: 09131/85-22462
thorsten.seehaus@fau.de

Informationen der Pressestelle unter
https://www.fau.de/2019/10/news/wissenschaft/vom-verschwinden-der-peruanischen-gletscher/