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Institutskolloquium Kulturgeographie – 22.01.2020

Warnschild in Amsterdam, 2014 [Sander v.Ginkel (CC BY-SA 4.0)]

Governing the Narcotic City: Urbane Drogenkulturen, öffentlicher Raum und Stadttourismus

Frederieke Westerheide & Boris Michel

In welchem Verhältnis stehen Drogenkulturen zu öffentlichem Raum? Welche Konflikte und Politiken ergeben sich aus diesem Spannungsfeld und welche Rolle spielt hierbei städtischer Tourismus?

Drogenkulturen sind tief mit der Ökonomie, der Regierung und dem Alltag europäischer Städte verwoben. Insbesondere in den letzten 40 Jahren ist der Konsum und Handel von legalisierten wie illegalen psychoaktiven Substanzen zu einem weit verbreiteten Phänomen avanciert, das alle sozialen Schichten auf unterschiedliche Weise betrifft. Im medialen und politischen Diskurs gilt jedoch vor allem die Präsenz von drogenbezogenen Praktiken in öffentlichen Stadträumen als problematisch. Diese Praktiken werden oftmals mit spezifischen urbanen Räumen und marginalisierten Bevölkerungsgruppen in Verbindung gebracht.

Gleichzeitig spielen dieselben stigmatisierten Räume häufig eine wesentliche Rolle für den städtischen Tourismus, der wiederum einen wichtigen Wirtschaftszweig darstellt. Was haben also Drogenkulturen mit städtischem Tourismus zu tun?

Der Vortrag widmet sich anhand ausgewählter Beispiele aus Amsterdam und Berlin dem Spannungsfeld zwischen Stadt, Drogen und Tourismus und skizziert inwiefern städtische Räume gleichzeitig als »Angsträume« und Orte des Vergnügens produziert werden und vor diesem Hintergrund verschiedene Aspekte rund um das »Recht auf Stadt« betrachtet werden können.

Vorgestellt wird das internationale und interdisziplinäre HERA- Verbundprojekt „Governing the Narcotic City. Imaginaries, Practices and Discourses of Public Drug Cultures in European Cities from 1970 until Today” sowie das Teilprojekt „Trip-Advisors: Public Spaces of Urban Drug-Tourism“.