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Institutskolloquium Kulturgeographie – 23.10.2019

Forschungskolloquium Digitale politische Geographien I (AG Glasze)

Promotionsprojekt Christian Eichenmüller: Raumproduktionen zwischen Informalität und Modernität: lokale Wissens- und Steuerungsinstrumente im Kontext von Indiens „Smart City Mission“

Das Ziel von einhundert „Smart Cities“ bis zum Jahre 2021 ist die neueste Inkarnation städtischer Modernisierungsbemühungen in Indien und reiht sich als nationale „Smart City Mission“ in die koloniale als auch postkoloniale Tradition planerisch-administrativer Maßnahmen in Städten Südasiens ein. Seit den 1990er Jahren kommt es auch in Indien zu wirtschaftspolitischer Liberalisierung und Marktöffnungen für ausländische Investoren, was zu Veränderungsprozessen auf sämtlichen Verwaltungsebenen führt: u.a. konnte sich unternehmerische Stadtpolitik auch in Indien als gängige Antwort auf lokale Entwicklungsproblematiken etablieren. Neben den vermeintlichen Wettbewerbsvorteilen, die das Label „Smart City“ laut Befürwortern mit sich bringt, trifft vor allem das Versprechen von besserer Regierbarkeit durch Informations- und Kommunikationstechnologien auf das Interesse lokaler Eliten. Dieser Vortrag rückt die Frage der dabei entstehenden Raumproduktionen an Hand empirischer Beispiele in den Mittelpunkt und nimmt besonders die Schlüsselposition von sog. Command and Control Center als zentrales Instrument der Wissensproduktion und vermeintlicher Stadt-Steuerung in Augenschein.

Masterarbeit Mareike Gämlich: Bedeutungskonjunkturen im Globalisierungsdiskurs – Korpuslinguistische Analysen anhand von Bundestagsprotokollen im Zeitraum von 1996-2016

 „Globalisierung“ – ein Begriff, der seit mehreren Jahrzehnten die Beschreibung der Welt prägt. Die Masterarbeit analysiert, welche Bedeutung dem Begriff „Globalisierung“ innerhalb des politischen Diskurses des Deutschen Bundestages der letzten zwanzig Jahre (1996 – 2016) zukommt und wie diese sich im zeitlichen Verlauf wandelt. Hierzu wurde zunächst auf die Konjunktur von „Globalisierung“ untersucht. Im weiteren Verlauf konnten anhand der einzelnen Wahlperioden zunächst die signifikantesten Begriffe im Kontext von Globalisierung identifiziert werden. Da es sich um politische Debatten handelt, wurden weiterhin detaillierte Analysen zu den vertretenen Parteien durchgeführt, um einen tieferen Einblick in die wichtigsten Themenfelder zu erhalten. Nicht zuletzt konnte gezeigt werden, über welche Länder im Kontext zu „Globalisierung“ in Deutschen Bundestag debattiert wurde. Alle korpuslinguistischen Analysen dieser Arbeit wurden mit „R“ und der Benutzeroberfläche „RStudio“ durchgeführt, einer Open-Source Software.

Die Geographie des Globalisierungsdiskurses der 13. Wahlperiode des Bundestages (Gämlich 2019)

Masterarbeit Martin Weininger: Wortkonjunkturen im Flüchtlingsdiskurs – eine Analyse anhand von Plenarprotokollen des deutschen Bundestages von 1996-2016

Anhand der Protokolle der Sitzungen des Deutschen Bundestags in den Jahren 96 bis 06 wurde Diskurs um das Thema des „Flüchtlings“ in der deutschen Bundespolitik analysiert. Spannend war zu beobachten, dass sich verschiedene Inhalte im Flüchtlingsdiskurs im Laufe der Jahre fast unmerklich, aber doch gravierend änderten. Beispielsweise zu nennen wäre die „Rückkehr“, die über die Jahre zu einer (forcierten) „Rückführung“ wurde. Mit digitalen Werkzeugen konnte eine diskursive Verschiebung der letzten 20 Jahre (1996-2016) beobachtet werden. Auch auf geographischer Ebene lassen sich mit Verfahren der Toponymerkennung und einer Visualisierung mit GIS deutliche Verschiebungen aufzeigen.

 

Wann: Mittwoch, 23.10.2019 um 12:30 Uhr
Wo: Seminarraum 2, 00.175, Wetterkreuz 15, Tennenlohe

Gesamtübersicht Institutskolloquium Wintersemester 2019/2020

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Zukünftig werden pro Semester bis zu vier Kolloquiumsvorträge im Hörsaal C (Kochstr. 4, Innenstadt) angeboten.
Zusätzlich finden spezielle, mehr forschungsorientierte Kolloquiumsvorträge in den Seminarräumen im Institut für Geographie (Wetterkreuz 15, Erlangen-Tennenlohe) statt.

Die Teilnahme sowohl an Vorträgen in Tennenlohe als auch im Hörsaal C werden durch Abstempeln im Kolloquiumspass als Leistungsnachweis dokumentiert, dasselbe gilt  weiterhin auch für den Besuch des Geo-Cafés und der FGG-Vorträge.

Fragen zum Kolloquium?
Organisatoren Dr. Andrés Gerique (andres.gerique-zipfel@fau.de) und Dr. Christoph Mayr (christoph.mayr@fau.de).