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Institutskolloquium Kulturgeographie – 24.06.2020

Räumliche Dynamiken und Machtasymmetrien in der kubanischen Transformation.

Niklas Völkening (Universität Augsburg)

Mit dem Zerfall der Sowjetunion und des Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) am Anfang der 1990er Jahre begannen in Kuba tiefgreifende und bis heute nicht abgeschlossene Transformationen. Zur Bewältigung der mit dem Zerbrechen des RGW verbundenen Krise – euphemistisch als Sonderperiode in Friedenszeiten bezeichnet – verabschiedete die kubanische Regierung eine ganze Reihe von wirtschaftspolitischen Reformen.
Diese Reformen sind sozioökonomisch vorrangig von Liberalisierungen sowie der Einführung kapitalistischer Praktiken geprägt. Insbesondere devisenorientierte Wirtschaftszweige wie Tourismus, Bergbau sowie der Export von Dienstleistungen wurden in diesem Zuge gestärkt. In räumlicher Hinsicht hingegen können zunehmende Landnutzungskonflikte beobachtet werden, etwa zwischen Tourismus und primärem Sektor auf der einen und Umwelt- und Naturschutz bzw. dem ‚Recht auf Stadt‘ auf der anderen Seite.
Der Vortrag thematisiert die seit dem Beginn der Sonderperiode in Kuba verstärkten räumlichen Dynamiken – vorrangig Tendenzen zur Polarisierung sowie Flächennutzungskonflikte. Hierbei wird auf umfangreiches empirisches Material zurückgegriffen, unter anderem aus Havanna und Trinidad sowie von der Inselkette der Jardines del Rey. Den Hintergrund zu diesen Betrachtungen stellen Machtasymmetrien dar, die zumeist zwischen staatlichen Institutionen und der kubanischen Bevölkerung auftreten. Am Beispiel des Tourismus als bislang wichtigster Devisenquelle wird dabei aufgezeigt, wie staatliche Akteure ihre Macht nutzen, um ökonomische und raumplanerische Entscheidungen auch gegen die Bevölkerung bzw. über diese hinweg durchzusetzen.

Wann: Mittwoch, 24.06.2020 um 12:30 Uhr
Wo: Findet in digitaler Form statt!

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Das Institutskolloquium findet bis auf Weiteres aufgrund der Covid19-Pandemie nur sehr eingeschränkt und digital statt. Daher werden die Vorträge bis auf Weiteres per Videokonferenz (Zoom) stattfinden. Wenn Sie am Institutskolloquium teilnehmen möchten, melden Sie sich bitte bis 17 Uhr am Vortag des jeweiligen Vortrages beim Einladenden. Der Zugangscode wird Ihnen dann zugeschickt.

Die Anwesenheit der Studierenden wird während der Übertragung überprüft und muss zusätzlich durch ein Kurzprotokoll des Inhalts (1 Seite, 300-600 Wörter) bestätigt werden, das spätestens 24 Stunden nach dem Vortrag per email an den Organisator des physisch-geographischen Kolloquiums (christoph.mayr@fau.de, mit Lesebetätigung) abgeschickt werden muss. Das Protokoll ersetzt den Stempel im Kolloquiumspass solange das Kolloquium digital stattfinden muss.

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Vorschau:

Mittwochs um 12.30 Uhr – Zoom-Veranstaltung

15.07.2020: Dr. Dominik Kremer, (AG Digitale Gesundheit, FAU Erlangen): Titel folgt. Termin noch nicht sicher.
22.07.2020: Dr. Cléssio Moura de Souza (FAU) – AG Walker: Youth and Violence in Brazil: spatial characteristics of drugs and social order
29.07.2020: Christopher Scarpone: Titel folgt. Termin noch nicht sicher.

Pflichtveranstaltung im Rahmen der Bachelor-Studiengänge / neue LPO – = Modul KG 16/17; Modul PG16/17; Modul GZB 12/13; Modul GLG 12/13/14/15

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Fragen zum Kolloquium?
Organisatoren Dr. Andrés Gerique (andres.gerique-zipfel@fau.de) und Dr. Christoph Mayr (christoph.mayr@fau.de).