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Institutskolloquium Physische Geographie – 12.06.2019

Foto: Theresa Diener

Wie GRACE den Klimawandel greifbar macht: Beschleunigung des Antarktischen Eisausstoß

Theresa Diener (Institut für Geographie FAU Erlangen-Nürnberg), Ingo Sasgen (Alfred-Wegener-Institut Bremerhaven)

Mithilfe der GRACE Satelliten können eine Reihe von globalen Beobachtungen durchgeführt werden, die für den Klimawandel relevant sind, denn GRACE misst über Gravimetrie Speicheränderungen terrestrischer Wasserspeicher, der Eisschilde und Massenveränderungen in den Ozeanen. So kann durch GRACE u.a. der Meeresspiegelanstieg durch Schmelzwasser abgeschätzt, das Ausmaß von Dürren und Grundwasserabsenkungen detektiert und Veränderungen der großen Eisschilde in der Nord- und Südhemisphäre beobachtet werden.
Im Zuge des Klimawandels verändert sich der Antarktische Eisschild fundamental. Die hohe Sensitivität mit der die Westantarktis auf klimatische Veränderungen reagiert ist schon länger bekannt wohingegen die Ostantarktis bisher vermeintlich als stabil betrachtet wurde. Durch die Abschätzung der Beschleunigungen im Eisausstoß über GRACE Massenzeitreihen und Oberflächenmassenbilanzen aus dem regionalen Klimamodell MAR, zeigen wir, dass sich zwischen 2003-2016 die Eisdynamik in der Ostantarktis in gleichem Maße beschleunigt hat wie in der Westantarktis. Diese dynamischen Veränderungen sind mit hoher Wahrscheinlichkeit an sich ändernde Bedingungen im Ozean gebunden, denn durch basales Schmelzen werden auch dort die Schelfeise instabiler. Wir zeigen, dass sich der beschleunigte Eisverlust in der Ostantarktis auf die Wilkes Land Region und das Amery Ice Shelf konzentriert. Während der Untersuchungsperiode werden eisdynamischen Verluste teils durch erhöhten Schneefall kompensiert, was jedoch nicht für die Veränderungen in der Westantarktis gilt. Wir folgern, dass die eisdynamischen Verluste aus der Ostantarktis zukünftig eine wichtige Rolle spielen werden, wenn es um die Änderung des Meeresspiegels geht.

Wann: Mittwoch, 12.06.2019 um 12:30 Uhr
Wo: Seminarraum 00.147, Wetterkreuz 15; 91058 Erlangen

Gesamtübersicht Kolloquiumsprogramm im Sommersemester 2019

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Zukünftig werden pro Semester bis zu vier Kolloquiumsvorträge im Hörsaal C (Kochstr. 4, Innenstadt) angeboten.
Zusätzlich finden spezielle, mehr forschungsorientierte Kolloquiumsvorträge in den Seminarräumen im Institut für Geographie (Wetterkreuz 15, Erlangen-Tennenlohe) statt.

Die Teilnahme sowohl an Vorträgen in Tennenlohe als auch im Hörsaal C werden durch Abstempeln im Kolloquiumspass als Leistungsnachweis dokumentiert, dasselbe gilt  weiterhin auch für den Besuch des Geo-Cafés und der FGG-Vorträge.

Fragen zum Kolloquium?
Organisatoren Dr. Andrés Gerique (andres.gerique-zipfel@fau.de) und Dr. Christoph Mayr (christoph.mayr@fau.de).