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Integrationsarbeit auf dem Land: dezentral und digital

Standort Burghaslach, Foto: Denice Kanda

Im Rahmen der Forschungswerkstatt „Wissenschaftskommunikation im Migrationskontext“ unter der Leitung von Dr. Stefan Kordel und Tobias Weidinger konzipierten und organisierten elf Masterstudierende gemeinsam mit den Integrationslotsinnen eine physisch-digitale Integrationskonferenz, die am 16.9.20 gleichzeitig an vier Standorten im Landkreis Neustadt/Aisch Bad Windsheim stattfand.

Das Thema Integration lebt von Begegnungen, direkter Kommunikation und persönlichen Beziehungen. Im Landkreis Neustadt a. d. Aisch – Bad Windsheim (NEA) ist die halbjährlich stattfindende und vom Integrationsbeauftragten und den Integrationslotsinnen organisierte Integrationskonferenz eine etablierte Veranstaltung zum Austausch von Haupt- und Ehrenamtlichen. In Zeiten von Kontaktbeschränkungen, Masken- und Abstandspflicht wurde nun von Dr. Stefan Kordel und Tobias Weidinger gemeinsam mit Masterstudierenden deshalb ein hybrides Format mit physischen und digitalen Elementen entwickelt. Am 16.09.20 fand die erste physisch-digitale Integrationskonferenz an vier Standorten, der kleinen Gemeinde Burghaslach, den Kleinstädten Bad Windsheim und Uffenheim sowie der Kreisstadt Neustadt gleichzeitig statt. Hygieneregeln und Kontaktbeschränkungen der Pandemie wurden als Chance begriffen, einen Austausch in einem Flächenlandkreis mit weiten Anfahrtswegen und lokalen Besonderheiten zu initiieren.

Nach einem Grußwort von Landrat Helmut Weiß und Berichten aus den Sachgebieten Soziales und Personenstands-/Ausländerwesen diskutierten in einem ersten Teil der „Tour de NEA“ freiwillig Engagierte, hauptamtliche Akteur*innen aus den verschiedensten Verwaltungsbereichen, Unternehmer*innen und weitere interessierte Bürger*innen über aktuelle Themen. Ein besonderer Schwerpunkt galt dabei den Chancen und Grenzen der Integrationsarbeit mithilfe von digitalen Methoden. Die Diskussion zeigte, dass digitale Kommunikation im Bereich Bildung/Spracherwerb intensiv genutzt wird, wohingegen persönliche Treffen zur Sprachpraxis (z. B. Frauencafés, die pandemiebedingt eingestellt werden mussten) unabdingbar sind.

Im zweiten Teil des Nachmittags boten zwei „digitale“ Marktstände Informationen zu den Themen Arbeitsmarkt und migrantische Vereine im Landkreis. Frau Anne Güller-Frey vom IQ-Netzwerk Bayern stellte die vielfältigen Beratungsangebote im Bereich Arbeitsmarktintegration für Unternehmen und Kommunen vor und warb dafür, die individuelle Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung in Anspruch zu nehmen. Im Anschluss daran hatten einige Zusammenschlüsse und Vereine, die von Migrant*innen organisiert sind, die Gelegenheit, ihre Arbeit vorzustellen.