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Mit Satelliten den Eisverlust von Gletschern messen

Foto: M. Braun - Ice cliff at Upsala Glacier, Southern Patagonian Icefield, Argentina
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Foto: M. Braun – Moreno Glacier, Southern Patagonian Icefield, Argentina

Die Arbeitsgruppe Braun hat in Kooperation mit Kollegen der AG Mölg und internationalen Partnern aus Chile, Argentinien und Bolivien erstmals für fast 85% der vergletscherten Flächen des Andenraumes Höhen- und Massenänderungen aus Daten der beiden Radarmissionen SRTM (2000) und TanDEM-X (2011-2015) berechnet.

Hierfür wurden mehr als 500 Szenen der deutschen TanDEM-X Mission analysiert sowie sehr viele weitere Satellitenbilder. Bisher basierten die kontinentweiten Schätzungen für die Gletschermassenänderungen nur auf Auswertungen von Schwerfeldmessungen oder Hochrechnungen von Messungen an einzelnen Gletschern. Beide Verfahren sind jedoch fehlerbehaftet, da sie entweder nicht die Messgenauigkeit und -güte für die Regionen haben oder von wenigen, kleinen Gletschern auf ganze Großregionen hochskalieren müssen.

Die Erlanger Geographen haben nun interferometrisch Geländemodelle selbst berechnet und differenziert. Hierdurch können Sie Aussagen zu einzelnen Gletschern aber auch ganzen Regionen machen. Die Region mit den größten Massenverlusten und potentiellem Beitrag zum Meeresspiegel sind die beiden patagonischen Eisfelder. Über ganz Südamerika zeigt sich ein sehr differenziertes Bild je nach klimatischen Einflüssen und Höhenverteilung der Gletscher. So gibt es auch Regionen, die im Untersuchungszeitraum kaum Änderungen zeigten, andere Regionen insbesondere in den äußeren Tropen (z.B. Cordillera Real in Bolivien) zeigen dagegen sehr starke Höhen- und Massenverluste.

Die Studie sind in Nature Climate Change erschienen
(https://doi.org/10.1038/s41558-018-0375-7).

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Matthias Braun
Tel.: 09131/85-22015
matthias.h.braun@fau.de

Informationen der Pressestelle unter
https://www.fau.de/2019/01/news/wissenschaft/mit-satelliten-den-eisverlust-von-gletschern-messen/