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Neues DFG-Forschungsprojekt zu Schneedeckendynamik und Massenbilanz auf Gebirgsgletschern

Foto - The Box
Daniela Brugger

Gletscher tragen maßgeblich zum gegenwärtigen Meeresspiegelanstieg bei, sind vielerorts wichtige Komponenten im regionalen Wasserhaushalt und zeugen sichtbar vom Klimawandel. Besonders Gebirgsgletscher und deren Änderungen sind aufgrund großer logistischer Anforderungen meist schwierig zu messen, und meist sind es nur jährlich erzielte Massenbilanzen, von denen dann in grober Annäherung in unbeobachtete Gebieten übertragen und auf große Gebiete extrapoliert wird. Diese unbefriedigende Situation kann überwunden werden, wenn wir in hoher zeitlicher und räumlicher Auflösung die Flüsse an Masse und Energie analysieren, welche den Zustand der Gletscher bestimmen. Die größte Unbekannte dabei ist die Dynamik der Schneedecke vom Niederschlag über die windgetriebene Umverteilung und Verdichtung bis hin zum Abbau. Die Dauer der Schneedecke mit ihrem hohen Reflexionsvermögen gegenüber Sonnenschein ist maßgeblich für das Wohlergehen eines Gletschers. Unser Wissen über die dominierenden Prozesse und unser Modellverständnis sind weit fortgeschritten, aber noch fehlen die Messungen zum Verfeinern und Kalibrieren der Modelle. Unser Team aus Wissenschaftlern der Universitäten von Innsbruck (AUT), Erlangen-Nürnberg (GER) und Saskatchewan (Kanada) will auf einem der weltweit bestuntersuchten und relativ leicht erreichbaren Gletscher, dem Hintereisferner im Ötztal (AUT), versuchen, Messungen und Modelle in einer Genauigkeit zu verbinden, die das Werkzeug bereitstellt, um die Ungenauigkeit in den Extrapolationen drastisch zu reduzieren und um die Wechselwirkung Gletscher-Klima in den unterschiedlichsten Gebirgsklimaten der Erde in großer Auflösung zu untersuchen.

Die Erlanger Beiträge zu diesem Projekt werden von Tobias Sauter, Christina Schmid und Thomas Mölg geleistet.