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Politische Geographien der Neuen Rechten, von Nation und Nationalismus

Workshop und Diskussion am 03. & 04. Mai 2018 in Raum A401 der Philosophischen Fakultät, Bismarckstraße 1, 91054 Erlangen

Im Kontext von Pegida, Wahlerfolgen rechter Parteien, dem Bedeutungsgewinn neurechter Publikationen, der Diskussion um einen Rechtsruck in Deutschland und Europa, bis zu neonazistischer Militanz beschäftigt sich in den letzten Jahren auch die Geographie mit Fragen von Nation, Nationalismus und rechten Bewegungen. Die Verbindung von Volk, Nation und Raum ist seit jeher konstitutives Element der Rechten (und der klassischen Politischen Geographie), dient ihr als Argument für rassistische, völkisch-nationale und autoritäre Politiken und leitet häufig ihre sozialräumlichen Praktiken an. Seit einigen Jahren erreicht die Neue Rechte damit wieder verstärkt die öffentliche Aufmerksamkeit. Sie knüpft an bestehenden Traditionen an, macht rechte Argumentationen wieder deutlich sichtbarer, konstituiert sich aber unter den gesellschaftlichen Umständen auch im Kontrast zu den klassischen Formen rechter Bewegungen.

Im Herbst 2016 wurde im Rahmen eines Workshops in Hamburg die Frage gestellte, ob Neo-Nationalismus und neurechte Bewegungen in Deutschland „(k)ein Thema für die Politische Geographie“ seien. In diesem Kontext wurden kritische Perspektiven auf rechte Bewegungen, deren Denken und deren (räumliche) Praxis entworfen und vertieft, viele neue Projekte wurden vorgestellt und deutlich, wie wichtig es ist, sich dem Thema aus geographischer Perspektive noch stärker zu widmen.

Wir möchten – eineinhalb Jahre später – die Gelegenheit nutzen, um diese Diskussionen weiterzuführen. Wir wollen einen Rahmen schaffen, um aktuelle Projekte vorzustellen und Erfahrungen auszutauschen, Leerstellen sichtbar zu machen und um kritische Forschung voranzutreiben. Intensiv wollen wir uns auch mit historischen Kontinuitäten und Brüchen in Denken und Praxis der (Neuen) Rechten beschäftigen, die auch vor einem europäischen Hintergrund zu diskutieren wären. Damit gehen theoretische und methodische Fragen einher, die eine politisch-geographische Forschung umreißen und eine kritische Perspektive auf rechte Bewegungen, Raum und Gesellschaft ermöglichen. Gerne möchten wir diese Gelegenheit auch nutzen, das in Vorbereitung befindliche Netzwerk „Neo-Nationalismus und Neue Rechte“ weiter zu bringen und zu konkretisieren. Vor diesem Hintergrund laden wir am 03. und 04. Mai 2018 zu einem Workshop an die Universität Erlangen ein.

 

Programm

Workshopprogramm als pdf

Donnerstag 03.05.2018

13.00 Begrüßung und Einstiegsdiskussion: Die neue Rechte als Thema für die Politische Geographie

14.00-16.00 Raum im Diskurs der (neuen) Rechten

  • Paul Reuber: Die Dekonstruktion „rechter“ Weltbilder als Aufgabe der Politischen Geographie
  • Tobias Schopper: Diskursproduktion der extremen Rechten am Beispiel der Identitären Bewegung
  • Tobias Boos, Simon Runkel: „Man wird doch wohl noch philosophieren dürfen…“: Kritische Überlegungen zur denkwürdigen Raumphilosophie von Peter Sloterdijk
  • Edgar Wunder: Von Huntington zu Trump: Kontinuität und Struktur neurechter Ideologeme

16.30-18.00 Politiken und Praktiken

  • Kristine Beurskens, Judith Miggelbrink: Aus Unsicherheit zur Bürgerwehr? Populismus und die deutsch-polnische Grenze
  • Ross Berveridge,Mattias Naumann: Rechtspopulismus als Antipolitik? Konzeptionelle Überlegungen und empirische Beobachtungen
  • Jonathan Everts: Soziale Ungleichheit: Voraussetzung für den Aufstieg der Neuen Rechten in Europa?

18:00 Diskussion: Mit Rechten reden?

Freitag 04.05.2018

09.30-11.30 The Right and the City

  • Daniel Mullis: Der Aufstieg der Rechten. Auch eine urbane Frage?
  • Anne Burkhardt, Peter Bescherer: Populistische Momente in stadtpolitischen Konflikten
  • Thomas Bürk: Warum Heilbronn? AfD und Neue Rechte in einer westdeutschen Großstadt
  • Alexander Thom, Valentin Domann: Zwischen Homezoning und Eroberungsszenarien – Die Neue Rechte in Westberlin

12.30-14.30 Gegenstrategien

  • Bernd Belina: Bernd Belina: Wo wählt rechts? Zur Geographie der Bundestagswahl 2017
  • Klaus Geiselhart: Kritik in Zeiten von Fake News, alternativen Fakten und Filter Bubbles. Oppostion und Mediation als sozio-politische Haltungen
  • Jonas Lendl: „Wir werden das Urteil nicht anerkennen“ – Nichtstaatliches Gedenken an die Opfer des NSU
  • Gruppe Antithese: Erinnerungsprojekt „Shlomo Lewin und Frida Poeschke“

14.30-15.30 Abschlussdiskussion

Kontakt und Anmeldung

Boris Michel (Erlangen) – boris.michel@fau.de
Johann Braun (Erlangen) – johann.braun@fau.de

(da es sich um einen Workshop mit Diskussionscharakter handelt, ist die Zahl der TeilnehmerInnen ist auf 50 begrenzt)