Rückblick: Sommerschule „Digitale Geographien“ 2021 – aus Erlangen

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Ende September 2021 hat nach elf Jahren wieder eine „Humangeographische Sommerschulen“ in Erlangen stattgefunden: Die Sommerschule „Digitale Geographien“ bot für Studierende, Promovierende und junge Postdocs aus der gesamten deutschsprachigen Wissenschaftslandschaft eine Woche lang vertiefte Einblicke in das dynamische Forschungsfeld. Eine engagierte Gruppe von Masterstudierenden der Erlanger Kulturgeographie hatte dafür im Rahmen einer „Forschungswerkstatt“ in vielen Sitzungen ein Jahr lang gemeinsam mit ihren Dozenten (Finn Dammann MA, Dr. Dominik Kremer sowie den Profs. Walker und Glasze) ein facettenreiches Programm ausgearbeitet. Inhaltlich und organisatorisch wurde die Sommerschule dabei unterstützt von dem DFG Wissenschaftsnetz „Digitale Geographien“, aus dem auch zahlreiche externe Wissensschaftler*innen  eigene Workshops beigesteuert haben. Vielfach wurde dabei auf Beiträge und Impulse aus dem gerade rechtzeitig zur Sommerschule bei UTB erschienenen neuen Handbuch zu Digitalen Geographien zurückgegriffen.

In sechs halb- bzw. ganztägigen Workshops setzten sich die TeilnehmerInnen beispielsweise mit grundlegenden Perspektiven der (Sozial-/Kultur-/Human-) Geographie auf die digitale Transformation auseinander (bspw. neue „hybride“ Raumkonzepte, geopolitische und geoökonomische Spannungsfelder in der Gestaltung der digitalen Transformation, Fragen digitaler Ungleichheiten sowie Politischen Ökologien der Digitalisierung) und diskutierten an konkreten Beispielen methodologische Herausforderungen einer Übersetzung von Geographien ins Digitale.  Exemplarische Fallstudien erarbeiteten die  Teilnehmer*innen selbständig in Kleingruppen – wie etwa Fragen nach der räumlichen Gestaltung der grundlegenden Infrastrukturen des Digitalen am Beispiel des sattelitengestützten Starlink-Systems oder nach den sozialräumlichen Effekten neuer Plattformunternehmen am Beispiel von AirBNB. Zwei öffentliche Keynotes zum Verhältnis von „Critical GIS“ und Digitaler Geographie von Ryan Burns (Calgary) und zu grundlegenden politisch-ökonomischen Strukturen eines sich herausbildenden „digitalen Kapitalismus“ durch Philipp Staab (Berlin) eröffneten zusätzliche Impulse „von außen“.

Aufgrund der anhaltenden Pandemie-Situation musste die Sommerschule erstmals online organisiert werden. Obwohl unweigerlich der Charme persönlicher Begegnungen auf den Sommerschulen unter dieser Situation gelitten hat, so zeigen die vielen positiven Rückmeldungen, dass auch im Digitalen äußerst produktive Diskussionen und Begegnungen ermöglicht wurden. Dennoch steht zu hoffen, dass der weitere Austausch in den Digitalen Geographien zukünftig auch wieder mit echten Begegnungen möglich ist – bspw. auf dem nächsten Netzwerktreffen im Dezember (s. https://digitale-geographien.de/).  Auch die Reihe der Humangeographischen Sommerschulen plant für den September 2022 die Rückkehr zur Präsenz mit einer Woche rund um Themen geographischer Bildungsarbeit in der Nähe von Freiburg/Brsg. (https://humangeographische-sommerschulen.de/).