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VW-Stiftung bewilligt Forschungsvorhaben zu Covid-19 und Ernährungssicherung in Bangkok und Singapur

Foto - F. Krüger: Foto: Intensiver Nutz- und Zierpflanzenanbau auf dem Dach eines Gebäudes der Distriktverwaltung in Bangkok

Die Covid-19-Pandemie beeinträchtigt unser Alltagsleben massiv. Dass die Pandemie auch weitreichende Folgen für die städtische Ernährungssicherung haben kann, wird dabei häufig übersehen – allenfalls die Diskussionen des letzten Frühjahrs um ausländische Erntehelfer oder die Corona-Infektionen bei Beschäftigten in der Fleischindustrie schienen anzudeuten, dass auch der Sektor der Nahrungsmittelproduktion und -verarbeitung von der Pandemie betroffen ist.

Ganz anders in Singapur: Der Stadtstaat ist zu über 90% von Nahrungsmittelimporten abhängig. Mit Lockdown und Schließung der Grenzen wurde die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmittel buchstäblich über Nacht zur Herausforderung, die dringend neue Lösungen erfordert. In der Megastadt Bangkok (Thailand) spielen Straßenmärkte eine wichtige Rolle für die Versorgung der Stadtbevölkerung mit frischen Nahrungsmitteln. Auch hier kommt es durch die Einschränkungen im öffentlichen Leben zu gravierenden Veränderungen der Nahrungsmittelversorgung.

Das nun von der VW-Stiftung geförderte Projekt „Impact of the Covid-19 Pandemic on Urban Food Systems and Citizenship – Lessons (Still to Be) Learnt from Singapore and Bangkok (COVLess)” (das sich einer Konkurrenz von über 1000 weiteren Projektanträgen zu stellen hatte) untersucht unter der Leitung von Prof. Dr. Fred Krüger und Prof. Dr. Axel Drescher, wie Urbane Alternative Nahrungsnetzwerke (engl. AFN), sog. Community-supported Agriculture-Projekte (CSA) und ähnliche Konzepte die städtische Ernährungssicherung mit ökologisch sinnvollen Produktions- und Verwertungsansätzen kombinieren und dabei auch auf sozialen Zusammenhalt in der Stadt abzielen. Die Covid-19-Pandemie belastet zwar die Ernährungssicherung und die gesellschaftliche Kohäsion in Städten massiv, bietet aber andererseits auch die Chance für die Umsetzung innovativer Produktions- und Versorgungskonzepte. Gerade in Singapur werden solche alternativen Konzepte nun massiv vorangetrieben. Das Projektteam widmet sich gemeinsam mit Forschungspartnern in Thailand und Singapur der Frage, wie die Pandemie konkret die urbane Ernährungssicherung beeinflusst, welche Potentiale und Chancen sich in der Folge der Pandemie für neuartige Initiativen auftun und welche Lösungsansätze vielversprechend sind, um Megastädte künftig resilienter sowie ökologisch und sozial nachhaltiger weiterzuentwickeln.

 

Foto: Intensiver Nutz- und Zierpflanzenanbau auf dem Dach eines Gebäudes der Distriktverwaltung in Bangkok (Foto: F. Krüger)