
Mit der Bewilligung des Interreg-Projekts WISER wird die Arbeitsgruppe Regionalentwicklung unter der Leitung von Prof. Dr. Chilla zirkuläre textile Wertschöpfungsketten im Bereich der Naturfasern untersuchen – der volle Projekttitel lautet: Weaving circular Innovation for Sustainable and Ecofriendly Regions valorising and promoting natural fibres. Die FAU ist als ERDF-Leadpartner und Work-Package Leader des ersten von drei Arbeitspaketen leitend sowie operativ in das Projekt eingebunden. Besonders im Fokus steht dabei eine wirtschaftsgeographische Perspektive kombiniert mit der Anwendung innovativer ‚Mapping‘-Ansätze.
Der Alpenraum verfügt über einen reichen Schatz an natürlichen Fasern wie Wolle, Hanf, Flachs oder Seide. Viele dieser Ressourcen bleiben jedoch bislang ungenutzt, während fragmentierte Wertschöpfungsketten, der Rückgang ländlicher Wirtschaftsstrukturen und der Verlust traditionellen Handwerks die nachhaltige Entwicklung der Region erschweren.
Das Projekt WISER bringt 11 Partner aus sechs Alpenländern (Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, Schweiz und Slowenien) zusammen, um diesem Trend entgegenzuwirken und eine zirkuläre Zukunft für natürliche Fasern zu gestalten. Durch die Vernetzung von Produzenten, Handwerksbetrieben, Designern, Forschungseinrichtungen und KMUs entstehen innovative Produkte aus regionalen, ökologisch gestalteten, lokal verarbeiteten sowie reparier- und recycelbaren Materialien. In drei Pilotregionen soll exemplarisch getestet werden, wie sich Co-Design-Ansätze etablieren lassen, wie sich Abfälle in der Kreislaufwirtschaft reduzieren lassen, wie sich die lokale Wertschöpfung stärken lässt und wie sich widerstandsfähige regionale Wirtschaften fördern lassen. Gleichzeitig bindet WISER insbesondere junge Menschen über Workshops, Austauschprogramme und kreative Formate ein, um nachhaltige Kompetenzen und neue berufliche Perspektiven zu schaffen.
Das Interreg-Projekt WISER ist eines von 16 sog. ‚klassischen‘ Projekten, die vom Ausschuss des Alpenraumprogramms genehmigt wurden. Projektstart ist im September 2026 und die Laufzeit beträgt 3 Jahre.
Das Projekt ist Teil der Förderperiode 2021 bis 2027 des von der Europäischen Union kofinanzierten Interreg Alpenraumprogramms.