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Zum 1.7.2020 startet zweite Phase des BMBF-Projekts „GROCE“

https://essd.copernicus.org/articles/12/1191/2020/essd-12-1191-2020-f02-web.png

Mit zwei Teilprojekten ist das Institut wieder am BMBF-Verbund „Eischild-Ozean Interaktion auf Grönland“ beteiligt, welcher vom AWI Bremerhaven koordiniert wird. Der Verbund zielt auf ein verbessertes Verständnis der Interaktion von glazialem Schmelzwasser, Eis- und Ozeandynamik am 79°N Gletscher in Nordost-Grönland ab. In Teilprojekt 7 (Prof. Braun) werden dabei umfangreiche Zeitreihen optischer Satelliten bzgl. supraglazialer Schmelzwasserseen ausgewertet. Ziel ist es neben der Flächenausdehnung der supraglazialen Seen auch eine Quantifizierung von deren Tiefe, sowie eine erste hydrologische Bilanzierung vorzunehmen. Hierdurch würden nicht nur Mengenangaben für andere Teilprojekte verfügbar, sondern eine grobe räumliche Verortung, wo diese in den Eisuntergrund abfließen. Teilprojekt 8 (Prof. Mölg, Dr. Turton) bildet den meteorologischen Baustein von GROCE-2. Das Ziel besteht darin, mittels numerischer Modellierung die bodennahe Atmosphäre und die Massenbilanz an der Oberfläche der Gletscher in der Studienregion bestmöglich zu bestimmen. Mit einer aufwändigen Regionalisierungsmethode, in der Fachsprache als „Dynamical Downscaling“ bezeichnet, wird diese Information letztlich für eine räumliche Auflösung von 1 km entstehen und in mehrere andere Teilprojekte einfließen. Das Vorgehen ermöglicht vor allem auch die Fragestellungen, (1) ob aktuelle globale Klimamodelle die atmosphärischen Prozesse über Grönland ausreichend darstellen und (2) welche atmosphärischen Einflüsse auf die Eigenschaften von Schmelzwasserseen vorhanden sind. Die Lösung beider hat großes Potenzial, um die meteorologisch gesteuerten Massenverluste Grönlands in Zukunft besser zu verstehen.

Webpage: https://groce.de/

Schollenabbruch am Zachariae Isstrom, mit detektierten Umrissen.