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Karola Schober, M.A.

Doktorandin in der Arbeitsgruppe Regionalentwicklung von Prof. Dr. Tobias Chilla

Aktuelles aus Forschung und Lehre finden Sie auf unserem Blog:

www.regionalentwicklung.bayern

  • seit November 2016: Promotionsvorhaben „Regionale Produkte in Europa“
  • seit April 2018 gefördert durch die Studienstiftung des deutschen Volkes

zuvor:

  • Referentin für Regionalmarketing am Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
  • Studium der Kulturgeographie (FAU Erlangen-Nürnberg), Masterarbeit zum Thema „Europäischer Herkunftsschutz – Fallbeispiele aus Bayern“, ausgezeichnet mit dem FGG-Preis
  • Studiengang „Management sozialer Innovationen“ (Hochschule München), Masterarbeit zum Thema „Verantwortung in der bayerischen Ernährungswirtschaft“

Regionale Produkte in Europa

Reskalierungsprozesse beim Europäischen Herkunftsschutz

 

Dieses politisch- und wirtschaftsgeographische Projekt schließt an die vorwiegend politikwissenschaftlich ausgerichteten Europäisierungsstudien sowie die vielfältigen Untersuchungen zu Regionalprodukten und zur Lebensmittelqualität an.

Ziel dieser Untersuchung ist politische Prozesse betreffend den Umgang mit dem Herkunftsaspekt bei Lebensmitteln im Mehrebenensystem Europas und dabei insbesondere die Rolle der Raumbezüge besser zu verstehen. Unter der Annahme, dass das europäische System zum Schutz von geographischen Herkunftsangaben als Fördergrundlage für regionale Lebensmittel zunehmend an Bedeutung gewinnt, stellt sich insbesondere die Frage, wie sich die Chancen und Herausforderungen es für die deutsche Ernährungs- und Lebensmittelwirtschaft darstellen.

Konzeptionell folgt diese Untersuchung dem Verständnis, dass die miteinander verwobenen Prozesse der Europäischen Integration und Europäisierung, auch im Bereich der regionalen Lebensmittel zu Kompetenzverlagerungen im europäischen Mehrebenensystem führen. Diese Reskalierungsprozesse werden in Bezug darauf untersucht, (1) in welchen Regulierungen und Ressourcenverteilungen sie münden, (2) welche Akteure und Motivationen hinter ihnen stehen, (3) welche Diskurse zu ihnen geführt haben sowie (4) in welchem Kontext bzw. aufgrund welcher Pfadabhängigkeiten sie entstanden sind.

Anhand von sekundärstatistischen Nutzungsdaten und Fallbeispielen aus Bayern, die u. a. entlang der vier produktspezifisch entstandenen Herkunftsschutzverordnungen ausgewählt wurden, wird der Status Quo der Implementierung in Deutschland skizziert. Untersucht werden folgende geschützte Bezeichnungen: „Bayerisches Bier g.g.A.“ (geschützt nach Verordnung (EU) Nr. 1151/2012), „Franken g.U.“ (geschützt nach Verordnung (EU) Nr. 1308/2013), „Bayerischer Gebirgsenzian g.A.“ (geschützt nach Verordnung (EG) Nr. 110/2008 und Verordnung (EU) Nr. 2019/787) und „Nürnberger Glühwein g.g.A.“ (geschützt nach Verordnung (EU) Nr. 251/2014).

Die qualitative Untersuchung basiert methodisch auf qualitativen Experteninterviews, Dokumentenanalysen (insb. rechtliche Grundlagen und juristische Bewertungen), Literaturrecherchen, teilnehmender Beobachtung und sekundärstatistischen Auswertungen.

Stand: 17.10.2019